Monthly Review - September 2026

Kurz gefasst

Märkte
Anleiherenditen steigen weiter, da die Inflationssorgen anhalten.
Geldpolitik
Eine Welle von Zinserhöhungen, doch weitere könnten folgen.
Technologie
Unterschiedliche Einschätzungen zum Tempo der KI-Entwicklung, während der Wettlauf zwischen den USA und China weitergeht.

Die Märkte

September Kalender

-0,5%

S&P 500

-4,4%

CAC 40

-2,4%

FTSE MIB

-2,4%

EURO STOXX 50

-4,0%

DAX 30

-2,7%

IBEX 35

-2,0%

FTSE 100

-3,9%

BEL 20

-1,1%

TOPIX

Quelle: Bloomberg 30.09.2026, Renditen in Landeswährung


Top-Themen

Anleihemärkte bleiben nervös
Märkte

Anleihemärkte bleiben nervös

Die Märkte für Staatsanleihen blieben unter Druck. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg wieder auf über 5 %, während die Kurse fielen. Anleiherenditen entwickeln sich gegenläufig zu den Anleihekursen. Sorgen bereiten den Anleihemärkten unter anderem die ausufernden staatlichen Defizite und der enorme Finanzierungsbedarf für Investitionen in künstliche Intelligenz. Der Ölpreis kletterte erneut auf über 100 US-Dollar je Barrel. Dies schürte die Inflationserwartungen zusätzlich und veranlasste die Märkte, eine weitere Runde von Zinserhöhungen einzupreisen. Die Aktienmärkte hielten sich dennoch robust, getragen von der Hoffnung auf ein kräftiges Gewinnwachstum, und der Nasdaq-Index erreichte ein Rekordhoch.

Zinsen auf dem Weg nach oben
Geldpolitik

Zinsen auf dem Weg nach oben

Die Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve, der Europäischen Zentralbank und der Bank of Japan bildeten eine koordinierte Welle geldpolitischer Straffung. Die Maßnahmen erfolgten als Reaktion auf den weltweiten Preisdruck, durch den die Inflation über die Zielwerte stieg. Während Angebotsengpässe die Rohstoffpreise nach oben treiben, bleibt die Nachfrage stark. In der US-Wirtschaft etwa verzeichneten die Konjunkturindikatoren das kräftigste Aktivitätswachstum seit fünf Jahren. Der Vorsitzende der Fed bekräftigte sein Bekenntnis zur Preisstabilität, während der Dieselpreis in den USA erstmals die Marke von 6 US-Dollar je Gallone überschritt. An den Fed-Futures-Märkten wurde die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung der Fed im Oktober mit knapp 70 % bewertet.

Widersprüchliche Signale zur KI
Technologie

Widersprüchliche Signale zur KI

Führende Vertreter der US-amerikanischen KI-Branche schlossen sich den Warnungen vor den potenziellen Gefahren an, die das Entwicklungstempo dieser neuen Technologie mit sich bringt. Weltweit gerieten KI-Aktien angesichts der aufgezeigten Risiken unter Druck, nachdem KI-Agenten offenbar immer autonomer geworden waren. Jensen Huang, Vorstandsvorsitzender des KI-Chipherstellers Nvidia, warf den Führungskräften der Technologiebranche Panikmache vor, während die US-Regierung darauf drängte, dass ihre nationalen Vorzeigeunternehmen ihren Vorsprung gegenüber chinesischen Wettbewerbern behaupten. Unterdessen rief der Chef von Huawei Technologies chinesische KI-Labore dazu auf, ihre Entwicklung zu beschleunigen. Der Wettlauf um KI ging unvermindert weiter.

Strombedarf der KI treibt Nuklearforschung voran
Verantwortliches Investieren

Strombedarf der KI treibt Nuklearforschung voran

Wirtschaftliche und ökologische Bedenken haben den Ausbau der Kernenergie weltweit gebremst. China positioniert sich nun jedoch an der Spitze der Branche. Der stark steigende Strombedarf energieintensiver KI-Rechenzentren beschleunigt diesen Trend. Tatsächlich befindet sich mehr als die Hälfte der weltweit derzeit im Bau befindlichen Kernkraftwerke in China. Peking investiert zudem massiv in kleine modulare Reaktoren und treibt die Kernfusion voran, die als heiliger Gral der Energieerzeugung gilt. Über den KI-Boom hinaus unterstützt die Kernenergie Chinas Bestrebungen nach Energiesicherheit, technologischer Führungsrolle und exportorientierter Produktion und steht zugleich im Einklang mit den Zielen zur Klimaneutralität.


Auf dem Radar

Illustration of an orange radar

Die Jahrestagungen der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds finden vor einem schwierigen makroökonomischen Hintergrund statt. Geopolitische Spannungen, Aufwärtsdruck auf die Inflation und das Risiko einer Staatsschuldenkrise dürften die Tagesordnung bestimmen.

Nachdem die Europäische Union Kanada eingeladen hat, als erstes Land assoziiertes Mitglied des Staatenbundes zu werden, wird der EU-Kanada-Gipfel Ende Oktober in Montreal verdeutlichen, wie die Wirtschaftsbeziehungen vertieft werden könnten. Dies könnte das Weiße Haus zusätzlich verärgern.

Nach der jüngsten Eskalation der Feindseligkeiten scheint der ukrainische Präsident zu trilateralen Gesprächen bereit zu sein. Alle Augen richten sich auf die Vereinigten Arabischen Emirate, wo Russland, die Ukraine und die USA in Gesprächen nach einem Weg zur Beendigung des Konflikts suchen werden.