Ist Ihr Sparguthaben vor Inflation geschützt?
Haben Sie schon einmal gehört: „Auf der Bank ist Ihr Erspartes sicher“ oder „Mit einem Sparkonto können Sie kein Geld verlieren“? Da ist viel Wahres dran, aber ein entscheidender Punkt fehlt. Denn dadurch sind Ihre Ersparnisse nicht ganz so sicher, wie Sie vielleicht denken.
Der Übeltäter heißt Inflation. Wenn Sie Geld langfristig auf einem Bankkonto liegen lassen – oder in einer anderen Form von „Cash“-Ersparnissen, kann es sein, dass Sie Geld verlieren, ohne es überhaupt zu merken.
Inflation einfach erklärt
Inflation beschreibt, dass Waren und Dienstleistungen im Laufe der Jahre tendenziell teurer werden. Die Inflationsrate gibt an, wie stark die Preise steigen.
Manchmal ist die Inflationsrate hoch – dann spürt man die Auswirkungen schon innerhalb von ein bis zwei Jahren. Ist sie niedrig, fällt der Effekt weniger auf, aber über längere Zeit summiert er sich trotzdem.
Kaufkraft beschreibt, wie viel Sie sich mit Ihrem Geld leisten können. Wenn Sie sich schon einmal dabei ertappt haben zu sagen, dass Sie für dieselben Dinge im Laden mehr bezahlen müssen – oder dass Sie für Ihren üblichen Betrag weniger bekommen – dann ist das ein Beispiel für sinkende Kaufkraft.
So wirkt Inflation
Liegt Ihr Geld nur ein oder zwei Jahre auf dem Konto, werden Sie die Inflation kaum bemerken – außer sie ist sehr hoch. Nehmen wir aber an, Sie lassen Ihr Geld zehn Jahre lang auf einem verzinsten Konto, statt es am Aktienmarkt anzulegen.
Wenn Sie ab und zu nachsehen, wird der Kontostand vermutlich jedes Mal etwas höher sein. Es sieht so aus, als würden Sie kontinuierlich Geld verdienen – doch rechnen wir die Inflation mit ein. Hier ein Beispiel auf Basis von 1.000 € auf einem Euro-Sparkonto. Das bedeutet, dass wir mit Inflations- und Zinssätzen aus der Eurozone rechnen; die grundsätzliche Aussage lässt sich jedoch auf die meisten Länder weltweit übertragen.
Wachstum von 1.000 € auf einem Euro-Sparkonto im Vergleich zu den Auswirkungen der Inflation über 10 Jahre
Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management. Daten vom 31. Dezember 2015 bis 31. Dezember 2025, EUR. Auf 1000 zum Startdatum der Grafik rebasiert.
Man könnte meinen, man würde durch die Zinsen jedes Jahr Geld verdienen, aber dieses Wachstum wird von der Inflation geschmälert. Nach zehn Jahren sieht es so aus, als hätten Sie 1.080 € erwirtschaftet. Berücksichtigt man jedoch die Inflation, ist Ihre Kaufkraft tatsächlich geringer als die 1.000 €, mit denen Sie begonnen haben. Natürlich würde es bedeuten, dass Ihr Geld 295 € an Wert verliert, wenn Sie gar nichts damit tun!
Ersparnisse vor Inflation schützen
Wie schlägt man also die Inflation? Ganz einfach gesagt: Sie brauchen Renditen, die höher sind als die Inflationsrate – idealerweise deutlich höher. Das ist leicht gesagt, aber es gibt Wege, es zu versuchen. Eine Möglichkeit ist, nicht nur zuzuschauen, sondern die Chancen der Investmentwelt zu erkunden.
Dabei sollten Sie verstehen: Anlagen sind nicht garantiert – sie können im Wert fallen genauso wie steigen. Es kann sogar passieren, dass Sie weniger zurückbekommen, als Sie investiert haben. Gleichzeitig bieten sie aber das Potenzial für deutlich höhere langfristige Erträge, wie wir in den anderen Artikeln dieser Reihe zeigen.
Lassen Sie Ihr Bargeld nicht herumliegen
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