Monthly Review - Oktober 2026
Kurz gefasst
Die Märkte

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-2,2%
2,5%
-4,0%
1,2%
4,2%
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Quelle: Bloomberg 30.10.2026, Renditen in Landeswährung
Top-Themen

Eine weitere Achterbahnfahrt
An den Finanzmärkten zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Anleiherenditen stiegen kräftig, während die Kurse fielen, da Sorgen über eine anziehende Inflation und eine wachsende Staatsverschuldung zunahmen. Die Renditen von Staatsanleihen in den USA und Frankreich überschritten 5 % und erreichten damit ein Niveau, das seit mehr als 20 Jahren nicht mehr verzeichnet worden war. An den Aktienmärkten belasteten unterdessen Bedenken wegen der rasant steigenden Investitionsausgaben für künstliche Intelligenz den Technologiesektor; Aktien von Rechenzentrumsinfrastruktur-Anbietern gerieten unter Druck. Anschließend legten Staatsanleihen deutlich zu und wurden wieder ihrer traditionellen Rolle als sicherer Hafen gerecht. Andernorts stützte Peking erneut die chinesischen Aktienmärkte, nachdem diese in einen Bärenmarkt abgerutscht waren, während der S&P 500 ein Rekordhoch erreichte.

Erwartungen weiterer Zinserhöhungen nehmen zu
Geopolitische Spannungen trieben die weltweiten Rohstoffpreise erneut nach oben, und der Ölpreis erreichte den höchsten Stand seit Mai. Die US-Inflationsdaten für September fielen höher aus als erwartet, obwohl der Vorsitzende der US-Notenbank, Kevin Warsh, erklärte, dies ändere nichts an seiner Einschätzung der Wirtschaft. Die großen Zentralbanken ließen die Leitzinsen auf ihren Sitzungen im Oktober unverändert, und die Markterwartungen hinsichtlich des Zeitpunkts künftiger Zinserhöhungen verschoben sich nach hinten. Einige Erhebungen bezifferten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Dezember auf bis zu 100 %, gefolgt von zwei weiteren Anhebeungen im Jahr 2027.

Ein neuer Rekord für eine Tech-Börsengang?
Unbeeindruckt von den Turbulenzen im Technologiesektor startete das KI-Labor Anthropic seinen Börsengang. Eine Bewertung wurde nicht bekannt gegeben, Prognosen zufolge könnte es sich jedoch um den bislang größten Börsengang handelns. Der bedeutende Konkurrent OpenAI musste unterdessen angesichts des Widerstands der Anleger sein Bewertungsziel im Rahmen einer Finanzierungsrunde senken. Meta hielt an seiner Kapitalerhöhung über 95 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von Rechenzentrumsausgaben fest und kündigte an, in den kommenden Jahren „Hunderte Milliarden US-Dollar“ aufnehmen zu wollen. Nachdem die Prognosen für die Investitionsausgaben der Hyperscaler im Jahr 2027 die Marke von 1,3 Billionen US-Dollar überschritten hatten, stellten die Märkte infrage, wann mit künftigen Erträgen aus KI-Investitionen zu rechnen sei.

Die EU setzt auf Retro-Autos
Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs durch chinesische Elektrofahrzeuge legen europäische Automobilhersteller traditionsreiche Modelle als erschwingliche, retro-inspirierte Elektorfahrzeuge neu auf, um ihre Marktanteile zu verteidigen. Nach Renaults Wiederbelebung des R5 und des Twingo bringt Citroën den 2CV zurück, während der neue ID.Polo von Volkswagen auf dem klassischen Golf basiert. China erklärte sich unterdessen bereit, die Ausfuhr von Hybridfahrzeugen in die EU zu begrenzen, um zu einem Abbau des Handelsdefizits des Staatenverbunds beizutragen. Doch während die europäischen Automobilhersteller die Entwicklung von Elektrofahrzeugen schneller und kostengünstiger vorantreiben, bauen chinesische Hersteller ihre Produktionskapazitäten in Europa aus, um mögliche protektionistische Maßnahmen zum umgehen.
Auf dem Radar

Alle Augen werden auf die entscheidenden umkämpften Bundesstaaten gerichtet sein, wenn die US-Wähler darüber entscheiden, ob die Republikanische Partei die Kontrolle über den Kongress behält. Die infolge des unpopulären Iran-Kriegs stark steigenden Energiekosten könnten Zugewinne der Demokraten begünstigen und damit die Aussicht auf eine gesetzgeberische Blockade erhöhen.
Auch Spanien geht an die Urnen. Nachdem für Ende November vorgezogene Neuwahlen angesetzt wurden, findet dort die fünfte Parlamentswahl innerhalb von zehn Jahren statt. Die Wohnungskrise und die rasant steigenden Mieten dürften nach den Massenprotesten auf den Straßen Madrids zu einem zentralen Konfliktthema werden.
Vor dem Hintergrund sommerlicher Rekordtemperaturen und steigender Meeresspiegel wird die Entschlossenheit der Regierungen auf der UN-Klimakonferenz COP31 auf die Probe gestellt. die nationalen Delegationen werden versuchen, dringliche energiepolitische Belange mit dem Druck in Einklang zu bringen, die Klimaschutzmaßnahmen zu beschleunigen.