Monthly Review - Juli 2026
Kurz gefasst
Die Märkte

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Quelle: Bloomberg 31.07.2026, Renditen in Landeswährung
Top-Themen

Ölpreis im Zickzackkurs
Die Hoffnungen auf ein Ende des Nahostkonflikts haben sich zerschlagen, nachdem die Kampfhandlungen wieder aufgenommen wurden. Rohöllieferungen durch die Straße von Hormus kamen ins Stocken, und der Ölpreis schoss über 100 US-Dollar, bevor er deutlich nachgab, als vorübergehend wieder eine Waffenruhe hergestellt wurde. Die Sorge vor einem erneuten Inflationsschub flammte kurzzeitig wieder auf, obwohl die EZB die Zinsen unverändert ließ und der neue Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zusagte, die erhöhte Inflation werde bald der Vergangenheit angehören. In den USA stieg der Benzinpreis auf über 4 US-Dollar pro Gallone, ein empfindlicher Punkt für Verbraucher, der sich bei den bevorstehenden Zwischenwahlen negativ auswirken könnte.

Bewährungsprobe
Die Anleihemärkte reagierten auf die erneute Inflationsgefahr in gewohnter Weise: Die Renditen stiegen, während die Kurse fielen. Andernorts geriet der Technologiesektor deutlich unter Druck, da das Vertrauen in hohe Bewertungen und in die KI-Revolution erschüttert wurde. Seit Anfang Juni ist der Nasdaq in den Korrekturbereich gefallen, mit einem Rückgang von 10 % gegenüber seinen Höchstständen, während der koreanische KOSPI-Index, der stark auf KI-Chiphersteller ausgerichtet ist, mehr als ein Drittel seines Wertes verloren hat. In China griff das „National Team“ staatlicher Fonds mit Unterstützung für Technologiewerte ein. Zugleich warnte die Bank of England, dass starke Kursverluste im Technologiesektor das Wirtschaftswachstum belasten könnten.

Höhen und Tiefen bei Börsengängen
Der koreanische Chiphersteller SK Hynix brachte ADRs (American Depositary Receipts) am New Yorker Nasdaq-Markt an die Börse, im bislang größten Aktienverkauf eines ausländischen Unternehmens. Die ADRs stießen zunächst auf starkes Kaufinteresse, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Das chinesische KI-Start-up DeepSeek kehrte nur einen Monat nach seiner ersten Finanzierungsrunde an den Markt zurück und suchte nach Kapital, um ein eigenes Rechenzentrum aufzubauen und weitere KI-Chips zu kaufen. Unterdessen fielen die Aktien des Raumfahrt- und KI-Konzerns SpaceX nach einem kometenhaften Anstieg im Anschluss an den Börsengang im Juni unter ihren Ausgabepreis und löschten mehr als 1 Billion US-Dollar an Marktwert des Unternehmens aus.

Geopolitik beflügelt Cleantech-Finanzierung
Chinas Neue-Seidenstraßen-Initiative (Belt and Road Initiative, BRI), das zentrale Auslandsinfrastrukturprogramm des Präsidenten, soll die Finanzierung grüner Energie im ersten Halbjahr 2026 auf über 20 Milliarden US-Dollar gesteigert haben, da der Nahostkonflikt die Nachfrage nach günstigeren erneuerbaren Energien erhöhte. Auch Zolldaten deuteten auf einen sprunghaften Anstieg der Cleantech-Exporte hin. Das Asia Society Policy Institute hob hervor, dass die BRI zunehmend mit privaten statt mit staatlichen Unternehmen zusammenarbeitet, was stärker kommerziell getriebene Investitionsentscheidungen widerspiegelt. Der Anstieg der Beteiligung des Privatsektors dürfte die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Reife des chinesischen Cleantech-Sektors unterstreichen.
Auf dem Radar

Da die Konflikte in der Ukraine und am Golf andauern, wird sich die Aufmerksamkeit darauf richten, ob Gespräche am Rande der Trauerfeier für den verstorbenen US-Senator Lindsey Graham zwischen dem US-Präsidenten und den Staats- und Regierungschefs der Ukraine und Israels neue diplomatische Dynamik erzeugen könnten.
Nachdem eine jüngste Umfrage in Japan gezeigt hat, dass die Zustimmungswerte der Regierung Takaichi auf ein Rekordtief gefallen sind, werden Anleger und Haushalte genau beobachten, ob konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation und zur Entlastung bei den Lebenshaltungskosten ergriffen werden, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherzustellen.
Die Bevölkerung Islands wird Ende August in einem Referendum darüber abstimmen, ob die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wieder aufgenommen werden sollen. Eine Mitgliedschaft könnte das teuerste Land der Welt zwar gegen handelspolitischen Gegenwind stärken, zugleich aber das Risiko bergen, Islands fischreiche Gewässer für ausländische Flotten zu öffnen.