Close Look - Warum Diversifizierung in einem volatilen Markt Ihr Verbündeter ist
Wie stellt sich die Lage dar?
Der Konflikt im Iran hat erhebliche Unsicherheit für Anleger geschaffen. Eine der Hauptfolgen ist die Volatilität des Ölpreises, die sich auf viele Volkswirtschaften, Unternehmen und Verbraucher ausgewirkt hat. In der Folge kam es zu Verkäufen bei Aktien, da Anleger die potenziellen Auswirkungen höherer Inflation auf die Gewinnmargen der Unternehmen abwägten. Zudem taten sich Anleihen schwer, die notwendige Diversifizierung gegen die Risiken des Aktienmarkts zu liefern.
Energiegetriebene Inflationsrisiken
Quelle: Bloomberg, BNP Paribas Asset Management, US‑Notenbank (Federal Reserve), 28. Februar 2026
Welche möglichen Entwicklungen gibt es?
Damit stehen Anleger vor der Frage, wie sie sich in einem volatilen Markt positionieren sollen. Trotz des lauten Nachrichtenumfelds können wir nicht vorhersagen, was als Nächstes passiert oder wie lange die Unsicherheit anhalten wird.
Aktuell sehen wir zwei Hauptszenarien. Kommt es zu einer schnellen Deeskalation der Feindseligkeiten, dürften die Märkte wieder auf den Pfad zurückkehren, der vor dem Konflikt vorherrschte. In diesem Umfeld dürfte sich die Verbreiterung des Gewinnwachstums fortsetzen, sodass Sektoren und Regionen außerhalb von Tech und den USA ihre Gewinne steigern.
Die Alternative ist ein anhaltender Konflikt, der in eine Stagflation münden könnte. Das wäre ein Umfeld hoher Inflation bei schwachem Wachstum, in dem US‑Aktiva unseres Erachtens aufgrund der geringen Abhängigkeit von importiertem Öl gut positioniert sind.
Warum aktive Diversifizierung wichtig ist
Wo lässt das jene Anleger, die ihre Portfolios angesichts sprunghafter Bewegungen bei den Assetpreisen ausrichten wollen? Diversifizierung ist kein neues Konzept, wenn es darum geht, Investments gegen starke Marktschwankungen oder Phasen der Unsicherheit zu schützen. Allerdings bedeutet Diversifizierung je nach Marktregime Unterschiedliches.
Nach unserer Einschätzung erfordern beide oben skizzierten Szenarien aktive Diversifizierungsstrategien. Sollte sich das Thema einer Verbreiterung des Gewinnwachstums durchsetzen, wird es aus unserer Sicht notwendig sein, sich von den „Mag 7“ und den USA breiter zu diversifizieren. Schon vor dem Konflikt sahen wir Chancen in den Schwellenländern und in Europa.
Ebenso dürften Anleger in einer Welt der Stagflation ihre Titelauswahl präziser vornehmen müssen, um positive Renditen zu erzielen. Zudem wird der Fokus auf Qualitätsaktien und ‑anleihen voraussichtlich an Bedeutung gewinnen.
In beiden Szenarien kann aktives Management Anlegern Nutzen bringen – durch die Auswahl geeigneter Fonds für verschiedene Marktumfelder und durch flexible Allokationen in unterschiedliche Anlagestrategien. Aktive Manager können auch Kassenbestände einsetzen, um Volatilität zu glätten, oder Liquidität bereitstellen, wenn sich nach einem Ausverkauf attraktive Gelegenheiten ergeben.
Unsere Einschätzung
Der Konflikt hat aufgrund seines unmittelbaren Einflusses auf den globalen Energiemarkt die Unsicherheit deutlich erhöht. Regionale Gewinn- und Inflationstrends sind ausgesprochen schwer vorhersehbar geworden.
Wir haben unsere Aktienquote in den Schwellenländern, in Europa und in Japan auf neutral zurückgeführt und damit an unsere US‑Allokation angepasst. Eine Präferenz für Gold gegenüber langlaufenden Anleihen halten wir aufrecht. Unseres Erachtens unterstreicht diese Positionierung Flexibilität, Geduld und Diversifizierung.