Monthly Review - November 2025

In Kürze

Geopolitik
Massive KI-Investitionspläne sorgen für Marktvolatilität.
Märkte
Die US-Notenbank blickt durch einen Nebel aus verspäteten Daten.
Technologie
Die Prognosen von Nvidia steigen trotz des aufkommenden Wettbewerbs.

Die Märkte

November Kalender

0,1%

S&P 500

0,0%

CAC 40

0,4%

FTSE MIB

0,1%

EURO STOXX 50

-0,5%

DAX 30

2,1%

IBEX 35

0,0%

FTSE 100

2,7%

BEL 20

1,4%

TOPIX

Quelle: Bloomberg 28.11.2025, Renditen in Landeswährung


Top storys

Große und kleine Deals
Märkte

Blase oder nur Schwankungen?

Gerüchte über eine Technologieblase kursierten an den Märkten, als große Technologieunternehmen eine Flut von Investitionsplänen veröffentlichten. Ihr Ziel ist es, den Aufbau von KI-Kapazitäten (künstliche Intelligenz) zu beschleunigen. Da immer mehr und immer umfangreichere Pläne angekündigt wurden, stellten die Märkte die Frage, wann sich die Investitionen wohl rentieren. Oracle und Meta wurden aufgrund von Bedenken wegen überhöhter Ausgaben abgestraft. Einige spekulativere Vermögenswerte wurden abgestoßen, und die Kryptowährungsmärkte erlitten einen Einbruch in Höhe von 1 Billion US-Dollar. Der Volatilitätsschub wurde sporadisch durch Hoffnungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im Dezember gedämpft.

Fed weiter unter Beschuss
Geldpolitik

Verschwindende Daten

Der längste Shutdown der US-Regierung aller Zeiten ist zwar zu Ende, doch seine Auswirkungen dürften sich noch weiter hinziehen. Mitte November wurden schließlich die Arbeitsmarktdaten für September veröffentlicht, aus denen ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit hervorging. Einige Datenpunkte für Oktober werden wahrscheinlich nie veröffentlicht. Dies ist von Bedeutung, da die Fed versucht, einen Weg durch einen „Datennebel“ zu finden, ohne die aktuellen Aussichten für die US-Wirtschaft einschätzen zu können. Als Reaktion auf diese Unklarheit nahm die Marktvolatilität zu. An den Terminmärkten schwankten die Chancen für eine Zinssenkung der Fed im Dezember stark zwischen 30 % und 100 %. 
 

Besser und dazu noch günstiger
Technologie

Umsatzanstieg bei Nvidia

Bei Nvidia wurden die Prognosen für das riesige Wachstum der Nachfrage nach seinen KI-Chips noch weiter in die Höhe getrieben. Die sprunghafte Zunahme geht mit einem steigenden Bedarf an Rechenzentren einher, in denen KI-Technologie zum Einsatz kommt. Nvidia war bisher der Gewinner des KI-Booms mit einem Marktanteil von 90 % bei Chips, was zu extrem hohen Margen und Bewertungen des Unternehmens geführt hat. Der Aktienkurs geriet jedoch unter Druck, als Google ankündigte, man wolle lieber eigene Chips in seinem neuesten Gemini-KI-Modell verwenden. Der Rückschlag wurde als weiterer „DeepSeek-Moment“ bezeichnet. Unterdessen äußerte Jensen Huang, CEO von Nvidia, die Vermutung, dass China aufgrund günstigerer Energiepreise und lockerer Regulierungsvorschriften letztendlich das Rennen um die KI gewinnen könnte.

Energieverbrauch durch KI
Verantwortliches Investieren

Ergebnisse der COP im Regenwald

Auf der COP30 im brasilianischen Regenwald warf der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore Saudi-Arabien vor, „Blockadestrategien“ anzuwenden, um sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen zu untergraben, und verurteilte die hartnäckige Verteidigung der Öl- und Gaseinnahmen durch das Königreich. Während sich vor zwei Jahren auf der COP28 fast 200 Länder bis 2050 zu einer Abkehr von fossilen Brennstoffen verpflichtet haben, setzen sich nun nur noch ein paar Dutzend Länder für einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ein. Die Angelegenheit wurde jedoch nicht auf die offizielle COP-Agenda gesetzt, und Diskussionen finden lediglich am Rande statt. Im Verlauf der Verhandlungen blieb die Forderung nach einem Fahrplan für fossile Brennstoffe weiterhin heftig umstritten.


Auf dem Radar

Illustration of an orange radar

Da die Veröffentlichung wichtiger Daten in den USA entweder verschoben oder abgesagt wurde, wird es politischen Entscheidungsträger schwer fallen, die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Bedingungen genau einzuschätzen. Dies wird die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Lockerung bei der Sitzung der US-Notenbank Anfang Dezember dämpfen.

Während hinter verschlossenen Türen diplomatische Bemühungen zur Förderung des jüngsten Friedensabkommens von Präsident Donald Trump für die Ukraine stattfinden, scheinen die ersten Signale aus Kiew und Brüssel weitgehend positiv zu sein. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf Moskau, während die Welt gespannt auf die Reaktion Russlands auf den sich abzeichnenden Rahmen wartet.

Die kürzlich ernannte japanische Premierministerin Sanae Takaichi kündigte ihre erste große politische Initiative an und legte ein umfassendes Konjunkturpaket in Höhe von 135 Milliarden US-Dollar vor, um die Wirtschaft anzukurbeln. Das Paket soll Reisgutscheine, Bargeldauszahlungen für Eltern und Energiezuschüsse für Haushalte umfassen.