Monthly Review - März 2026
In Kürze
Die Märkte

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Quelle: Bloomberg 31.03.2026, Renditen in Landeswährung
Top storys

Ölpreise steigen
Die Eskalation des Nahostkonflikts löste Volatilität an den Finanzmärkten aus, denn der Ölpreis schnellte um über 50 % in die Höhe. Die Öllieferungen aus den Golfstaaten versiegten, weil die Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormus blockiert wurde. Ein Fünftel der weltweiten Ölexporte passieren diesen wichtigen Kanal. Die IEA (Internationale Energieagentur) bezeichnete dies als die größten Versorgungsengpässe in der Geschichte und gab unterdessen beispiellose 400 Millionen Barrel Öl aus den Reserven frei, um kurzfristige Nachschubprobleme zu lindern. Angesichts der bevorstehenden US‑Zwischenwahlen wird eine längere Phase mit sehr hohen Benzinpreisen bei den Wählern wahrscheinlich nicht gut ankommen.

Zinserhöhungen stehen auf dem Programm
Als die Rohöl- und Düngemittelpreise in die Höhe schossen, hoben die Ökonomen ihre Inflationsprognosen an. Die US-Notenbank (Fed) ließ die Zinssätze unverändert und wies darauf hin, dass es zu früh sei, um „den Umfang und die Dauer“ etwaiger Auswirkungen auf die Wirtschaft einzuschätzen. Doch die Märkte schlossen weitere Zinssenkungen schnell aus und preisten stattdessen eine Reihe von Zinserhöhungen ein. Der sprunghafte Anstieg der Treibstoffpreise birgt die Gefahr, das Wirtschaftswachstum zu bremsen, wenn Verbraucher und Unternehmen Kaufentscheidungen aufschieben. Die Zentralbanken müssen einen schmalen Grat beschreiten, um eine „Stagflation“ zu vermeiden, bei der das Wachstum angesichts steigender Preise ins Stocken gerät.

Umsatzprognose fällt durch
Jensen Huang, CEO von Nvidia, kündigte eine Umsatzprognose von 1 Billion US-Dollar bis 2027 an, da die Nachfrage nach seinen Mikrochips für KI-Anwendungen weiter stark zulegt. Das Aufkommen der „agentenbasierten KI“ oder von Tools mit persönlichen Agenten wie OpenClaw treibt die Nachfrage nach immer mehr Rechenleistung weiter in die Höhe. Trotz dieser Prognose und makellosen Quartalsergebnissen äußerten die Märkte Zweifel am langfristigen Wachstumspotenzial von Nvidia, und der Aktienkurs schloss am Ende des Tages niedriger. Andernorts bereitet SpaceX, das von Elon Musk gegründete Unternehmen, das sich mit Weltraumraketen und künstlicher Intelligenz befasst, eine Finanzierungsrunde in Höhe von 75 Milliarden Dollar vor, wodurch die Bewertung des Unternehmens auf 1,75 Billionen Dollar steigen wird.

Ein umweltfreundlicher Silberstreif
Die energieimportierenden Volkswirtschaften der Welt ziehen Parallelen zum Energieschock, der auf die russische Invasion in der Ukraine folgte, während der Konflikt im Nahen Osten andauert. Der strategische Engpass bei den Energieexporten durch die Straße von Hormus hat zudem zu einem starken Anstieg der Preise für Rohöl der Sorte Brent und Flüssigerdgas geführt. Dies hat mehrere führende Politiker weltweit dazu veranlasst, auf den raschen Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu drängen, um ihre Abhängigkeit von importierten fossilen Energieträgern zu verringern. Vielleicht sehr zum Leidwesen der US-Regierung könnte eine unbeabsichtigte Folge der „Operation Epic Fury“ letztendlich eine beschleunigte Umstellung auf CO2-arme Energie sein.
Auf dem Radar

Die makroökonomischen Auswirkungen des Nahostkonflikts werden auf den Frühjahrstagungen des IWF (Internationaler Währungsfonds) und der Weltbank diskutiert. Die aktualisierten globalen Konjunkturaussichten dürften Mitte April veröffentlicht werden.
Nachdem die Zinsen im März unverändert bei 0,75 % belassen wurden, schürten restriktive Äußerungen des Gouverneurs der Bank of Japan, Kazuo Ueda, die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen, möglicherweise bereits im April. Die Spannungen im Nahen Osten dürften jedoch sowohl die Inflations- als auch die Rezessionsrisiken für die energieimportierende japanische Wirtschaft verschärfen.
Die bevorstehenden Parlamentswahlen in Ungarn werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden, da Ministerpräsident Viktor Orbán versucht, seine 16-jährige Amtszeit zu verlängern. Während Orbáns Anhänger seine Erfolgsbilanz in Bezug auf entschlossene Führung und wirtschaftliche Stabilität hervorheben, werden seine Gegner wahrscheinlich Bedenken hinsichtlich eines Rückschritts in der Demokratie äußern.