Monthly Review - Februar 2026

In Kürze

Märkte
Der amerikanische Softwaresektor schwächelt, während erneut Zollchaos ausbricht.
Geldpolitik
Die Zinspolitik wird für den neuen Fed-Vorsitzenden zum Drahtseilakt.
Technologie
Die Einführung von Allzweck-KI-Tools bedroht Anbieter von Unternehmenssoftware.

Die Märkte

Februar Kalender

-0,9%

S&P 500

5,6%

CAC 40

3,7%

FTSE MIB

3,2%

EURO STOXX 50

3,0%

DAX 30

2,7%

IBEX 35

6,7%

FTSE 100

1,1%

BEL 20

10,4%

TOPIX

Quelle: Bloomberg 27.02.2026, Renditen in Landeswährung


Top storys

Unsicherheit wirbelt die Märkte durcheinander
Märkte

Unsicherheit wirbelt die Märkte durcheinander

Die US-Aktienmärkte wurden mehrfach erschüttert. Wegen der Einführung eines neuen KI-Tools von Anthropic verzeichneten Technologieunternehmen Wertverluste von mehreren Milliarden Dollar, und das vollkommen wahllos. Die Umschichtung auf den Aktienmärkten erreichte ihren Höhepunkt. Unternehmen aus der „alten Welt“, darunter Hersteller und Supermärkte, waren gefragt und Walmart wurde in die exklusive Liste der Unternehmen mit einem Wert über 1 Billion US-Dollar aufgenommen. Später kehrte die Zollvolatilität zurück, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Strafzölle von Präsident Trumps Tag der Befreiung für illegal erklärt hatte. Der Präsident verstärkte den Druck auf den Handel, indem er pauschal neue Zölle in Höhe von 15 % verhängte, weshalb Gold in die Höhe schnellte und der US-Dollar nachgab.

Zwischen Hammer und Amboss?
Geldpolitik

Zwischen Hammer und Amboss?

Die Märkte bewerteten die Nominierung von Kevin Warsh Ende Januar zum nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed). Es ist zu hoffen, dass nach seiner Ernennung im Mai wieder Disziplin einkehrt. Er könnte sogar den Spagat zwischen den Forderungen der US-Regierung nach niedrigeren Zinsen und höherer stattlicher Finanzierung meistern. Laut Protokoll der Januarsitzung der Fed dürften die US-Zinsen „für einige Zeit“ unverändert bleiben. Unterdessen kursierten Gerüchte, dass Christine Lagarde ihren Spitzenjob bei der EZB (Europäische Zentralbank) früher als geplant verlässt.

Auftritt der Allzweck-KI-Agenten
Technologie

Auftritt der Allzweck-KI-Agenten

Es wurde als „Durchbruch“ bezeichnet, als Anthropic eine Serie mit KI-Tools auf den Markt brachte, die ChatGPT-5.3 von OpenAI übertrumpfen sollen. Diese sogenannten Allzweckagenten sind so konzipiert, dass sie von jedem Angestellten genutzt werden können, was zu erheblichen Produktivitätssteigerungen führen kann. Es war ein Schlag für Data Enterprise Software-Entwickler, ebenso wie Werbe-Unternehmen, Finanz- und Anwaltskanzleien, als Analysten die Umsatzprognosen für "Software as a Service" (SaaS) Produkte nach unten korrigierten, die über Nacht in die Bedeutungslosigkeit versinken könnten. Unterdessen forderten Staats- und Regierungschefs beim KI-Impact-Gipfel in Indien eine globale KI-Zusammenarbeit, damit Wachstumschancen weltweit gerechter verteilt werden.

Sinkende CO2-Emissionen in China
Verantwortliches Investieren

Sinkende CO2-Emissionen in China

Die USA machen die Klimaregulierung rückgängig - zuletzt durch die Aufhebung der „Endangerment Finding“ der Umweltschutzbehörde aus dem Jahr 2009 zur landesweiten Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen. Im krassen Gegensatz dazu ging die CO2-Emissionen Chinas im letzten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr zurück und setzten damit den seit 21 Monaten andauernden „stagnierenden oder fallenden“ Trend fort. Im Verkehr, in der Stromerzeugung sowie im Zement- und Metallsektor gingen die Emissionen zurück. Die umweltfreundliche Stromerzeugung wuchs unterdessen weiterhin schneller als die gesamte Stromnachfrage, wodurch die Kohleverstromung um 1,9 % zurückging.


Auf dem Radar

Illustration of an orange radar

Die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und Iran dürften die geopolitische Unsicherheit weiter verstärken und könnten die Märkte unter Druck setzen, insbesondere dann, wenn sich der Konflikt ausweitet oder zentrale Energieversorgungsrouten beeinträchtigt werden.

Nachdem der Oberste Gerichtshof die von Donald Trump verhängten wechselseitigen Zölle für ungültig erklärt hatte, kündigte der US-Präsident pauschale Zölle von 15 % auf alle Importe in die USA an. Dies hat die Unsicherheit über die US-Handelspolitik und die Zukunft bilateraler Abkommen, die mit Washingtons Handelspartnern unterzeichnet wurden, neu entfacht.

Der März ist für China ein ereignisreicher Monat: Ministerpräsident Li Qiang eröffnete den 14. Nationalen Volkskongress, der sich mit der Überprüfung des 15. Fünfjahresplans (2026-2030) befassen soll. Außerdem ist ein Treffen von US-Präsident Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping geplant.