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Monthly Review - April 2026

Kurz gefasst

Märkte
Die US-Aktienmärkte legen deutlich zu, während die Anleihemärkte weiterhin von Unsicherheit geprägt sind.
Geldpolitik
Die US-Notenbank geht mit einem geduldigen Beispiel voran, während die Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden näher rückt.
Technologie
Umfangreiche Investitionsprogramme der KI-Hyperscaler führen zu Stellenstreichungen.

Die Märkte

April Kalender

10,4%

S&P 500

3,8%

CAC 40

8,9%

FTSE MIB

5,6%

EURO STOXX 50

7,1%

DAX 30

4,3%

IBEX 35

2,0%

FTSE 100

5,5%

BEL 20

6,6%

TOPIX

Quelle: Bloomberg 30.04.2026, Renditen in Landeswährung


Top-Themen

Aktien führen die Erholung an
Märkte

Aktien führen die Erholung an

Die Aktienmärkte erholten sich kräftig, nachdem sie infolge des Ausbruchs des Konflikts im Nahen Osten deutliche Verluste erlitten hatten. Der S&P 500 erreichte neue Höchststände und spiegelte damit die Überzeugung wider, dass eine schrittweise Deeskalation der Kampfhandlungen bereits im Gange ist. Inflationssorgen traten gegenüber den Aussichten auf ein beschleunigtes Gewinnwachstum in den Hintergrund. Ganz anders die Anleihenmärkte: Die Renditen, die sich gegenläufig zu den Anleihepreisen entwickeln, bewegten sich im Gleichklang mit den Rohölpreisen. Der US-Dollar gab einen Großteil seiner Gewinne als sicherer Hafen wieder ab, während sich der Goldpreis nach den starken Verlusten im März leicht erholte.

Steht die Fed vor einem Kurswechsel?
Geldpolitik

Steht die Fed vor einem Kurswechsel?

Die Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed) rückte näher an eine Zustimmung durch den Senat, nachdem das Strafverfahren gegen den scheidenden Vorsitzenden Jay Powell eingestellt wurde. In seiner Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats betonte Warsh, dass die Fed – trotz eigener Reformpläne an der Spitze der weltweit wichtigsten Zentralbank – ‚in ihrem Mandat bleiben‘ müsse. Die geduldige Haltung der Fed angesichts geopolitischer Unsicherheiten dürfte zudem andere Zentralbanken dazu veranlasst haben, ihre Erwartungen an kurzfristige Zinserhöhungen zu dämpfen. Die Europäische Zentralbank (EZB) erklärt inzwischen, sie haben ‚den Luxus abzuwarten‘.

Der Rückgang digitaler Arbeitsplätze
Technologie

Der Rückgang digitaler Arbeitsplätze

Die Social-Media-Plattform Meta, eines der sogenannten ‚Magnificent Seven‘-Technologieunternehmen, kündigte eine Stellenabbau von 10 % an, um ‚andere Investitionen auszugleichen‘. Die Ausgaben für Künstliche Intelligenz werden in diesem Jahr voraussichtlich 135 Milliarden US-Dollar erreichen, da Gründer Mark Zuckerberg die Entwicklung einer ‚persönlichen Superintelligenz‘ anstrebt. Er räumte ein, gegenüber Wettbewerbern wie OpenAI und Anthropic ins Hintertreffen geraten zu sein. Der Technologiekonzern Microsoft erklärte unterdessen, dass freiwillige Abfindungsprogramme bis zu 7 % der US-Belegschaft betreffen könnten. Darüber hinaus schürte das neue KI-Tool Mythos von Anthropic Sorgen vor einer Zunahme der Cyberkriminalität: Seine Fähigkeiten zur Fehlererkennung könnten von Hackern genutzt werden, um autonome Angriffssysteme zu entwickeln, die mit alarmierender Geschwindigkeit operieren.

Der Aufschwung sauberer Energien
Verantwortliches Investieren

Der Aufschwung sauberer Energien

Laut einem unabhängigen Bericht ist die Förderung fossiler Energieträger im Jahr 2025 erstmals seit der Pandemie zurückgegangen, während die Erzeugung sauberer Energie schneller wuchs als die Stromnachfrage. Als weiteres Zeichen für den Abschied von fossilen Brennstoffen übertraf die Produktion erneuerbarer Energien erstmals die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken. Der Bericht beschreibt damit eine neue strukturelle Realität, wobei der Konflikt im Nahen Osten die Einführung sauberer Energien wie Wind- und Solarenergie zusätzlich beschleunigt – vor dem Hintergrund staatlicher Bemühungen zur Verringerung von Versorgungsrisiken. Zudem zeigt der Bericht, dass Chinas Exporte grüner Technologien, darunter Solarmodule, Lithium-Ionen-Batterien und Elektrofahrzeuge, im März einen neuen Rekordwert erreichten.


Im Fokus

Illustration of an orange radar

Zwei Monate nach dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten hält ein fragiler Waffenstillstand weiterhin an. Der Blick richtet sich auf die Hauptakteure, da die Friedensgespräche offenbar festgefahren sind, sowie auf die Entwicklungen am Ölmarkt.

Vor dem Hintergrund vorsichtiger Hoffnungen auf eine Entspannung der bilateralen Beziehungen wird der US-Präsident Mitte Mai nach Peking reisen, um seinen chinesischen Amtskollegen zu treffen. Es handelt sich um den ersten derartigen Staatsbesuch seit November 2017.

Beobachter werden aufmerksam verfolgen, ob es zu einer Eskalation der chinesisch-japanischen Spannung kommt. Japans Entscheidung, Waffenexporte zuzulassen, könnte im eigenen Land weitere Proteste auslösen – angesichts einer als Abkehr vom pazifistischen Kurs der Nachkriegszeit empfundenen Entwicklung.