Jahresrückblick 2025
So war das Jahr ...
2025 war das Jahr der Zölle und der Technologie. US-Präsident Donald Trump verhängte „reziproke Zölle“ gegen die meisten Handelsnationen der Welt. Die Märkte gerieten kurz ins Straucheln, bevor sie aufgrund der Aussichten für KI (künstliche Intelligenz) kräftig stiegen. Nvidia wurde das größte Unternehmen, das die Welt je gesehen hat. Wir präsentieren Ihnen die Auswahl unserer Top Stories zum Jahresende.

Trump 2.0
Der Amtsantritt des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten führte eine positive Marktreaktion herbei. Eine regelrechte Flut von Durchführungsverordnungen strömte aus dem Oval Office. Sie reichten von Zöllen von 25 % gegen Kanada und Mexiko über die Aufhebung von Gesetzen aus der Biden-Ära, die Abschaffung von Anreizen für den Kauf von Elektrofahrzeugen bis hin zu einer 75-tägigen Schonfrist für die Suche nach einem US-Käufer für TikTok. Der Präsident wiederholte das Interesse am Kauf Grönlands und an der Übernahme der Kontrolle über den Panamakanal. Er forderte die OPEC auf, die Ölpreise zu verringern und die Zinsen sofort zu senken. Die US-Rentenmärkte reagierten kaum auf diese Forderung.

Asiatische Tiger im Höhenflug
Die als „Terrific Ten“ bekannten Tech-Giganten fordern die „Magnificent Seven“ in puncto Aktienmarktperformance heraus. In Hongkong schnellte der Hang Seng Index um fast 20 % in die Höhe und lag damit vor dem Nasdaq. Auslöser für die Rally war der Start der chinesischen KI-Plattform DeepSeek. Zusätzliche Dynamik erhielt die Entwicklung, als der chinesische Multimedia-Riese Tencent auf die KI-Technologie von DeepSeek umstellte und die Entwicklung einer eigenen Version einstellte. Weitere Impulse ergaben sich aus dem Vertrag, den Apple mit dem E-Commerce-Tech-Riesen Alibaba unterzeichnete, dessen KI-Funktionen künftig auf iPhones in China angeboten werden sollen.

BYD ist führend beim Laden
Der Aktienkurs von BYD kletterte auf ein Rekordhoch. Der chinesische Elektrofahrzeug-Konzern behauptete, seine neueste Ladetechnologie könne innerhalb von fünf Minuten eine volle Aufladung liefern, so dass das Laden von Elektrofahrzeugen genauso schnell wie das Tanken an Tankstellen vonstattengehe. Tesla-Aktien fielen unterdessen im Vergleich zu ihrem Höchststand im Dezember um über 50 %, was auf die negative Stimmung gegenüber dem Gründer Elon Musk zurückzuführen war. Hedgefonds haben in den letzten drei Monaten mit Wetten gegen die Aktie geschätzte 16 Milliarden Dollar eingefahren. Der drastische Einbruch löste ungewöhnliche Szenen auf dem Rasen vor dem Weißen Haus aus, wo Tesla-Autos präsentiert wurden, da der Präsident versprach, selbst eines zu kaufen.

Jo-Jo-Zölle
An dem von Präsident Trump als solchen bezeichneten „Tag der Befreiung“ wurden mit sofortiger Wirkung Zölle von durchschnittlich etwas über 20 % gegenüber allen US-Handelspartnern verhängt. Die Einführung wurde dann für alle um 90 Tage verschoben, außer für China, wo die Zölle auf 145 % angehoben wurden. US-Finanzminister Scott Bessent räumte später ein, dass Zölle in dieser Höhe „untragbar“ seien. Unterdessen forderte China unter anderem die EU auf, den multilateralen Handel aufrechtzuerhalten. Der IWF (Internationaler Währungsfonds) senkte die globalen Wachstumsprognosen, insbesondere für die USA, und erklärte, Zölle würden den Wettbewerb und Innovationen langfristig verringern. Dennoch würden sich die Prognosen des IWF sofort verbessern, sobald neue Handelsabkommen unter Dach und Fach gebracht würden.

Wer blinzelte zuerst?
Der Zollkrieg deeskalierte kurzzeitig, nachdem Vergeltungsmaßnahmen zwischen den USA und China vorübergehend zurückgefahren wurden. Es ist nicht bekannt, wer sie einberufen hat, aber an einer Konferenz in Genf nahmen beide Parteien teil, nachdem der Druck auf die Importe in großen Häfen spürbar wurde. Später spitzte sich die Situation jedoch wieder zu, als die USA mit Zöllen von 50 % gegenüber der Europäischen Union drohten. Wie nicht anders zu erwarten, ist ein Index für die Unsicherheit im Handel in die Höhe geschossen. Der US-Einzelhandelskonzern Walmart bestätigte unterdessen, dass die Preise im Juni steigen werden, obwohl vonseiten des US-Präsidenten die Anweisung erteilt worden war, dass Unternehmen die Zölle selbst tragen sollten.

Erneut abwartende Haltung
Im Kongress erklärte Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed), dass die Unsicherheit nachgelassen habe, und verwies auf eine Deeskalation des Handelskriegs zwischen den USA und China. Dennoch waren die Gouverneure der Fed uneins in der Frage, ob ein zollbedingter Inflationsschock eine vorübergehende Erscheinung wäre oder länger andauern würde. Tatsächlich stiegen die Kosten für importierte Elektrowaren wie Kühlschränke, als Zölle auf Stahl in Kraft traten. Doch Präsident Trump, der ungeduldig mit dem Tempo der geldpolitischen Schritte ist, forderte große Zinssenkungen und fragte, ob er sich selbst zum Fed-Vorsitzenden ernennen könne.

Immer noch Kampf gegen die Fed
Die Trump-Regierung setzte ihren Angriff auf den Vorsitzenden der US-Notenbank (Fed) - Jerome Powell - fort. Erneut nutzte Präsident Trump Beleidigungen mit dem Ziel, erhebliche Zinssenkungen zu erzwingen oder einen gefügigeren Kandidaten zu installieren. Der US-Finanzminister weitete den Angriff auf „die gesamte Institution der US-Notenbank“ aus. Dabei hatte er die Renovierung der Fed-Zentrale in Höhe von USD 2,5 Mrd. fest im Blick. Den Märkten konnten diese Ausbrüche größtenteils nichts anhaben: Aktien erreichten Rekordhochs, obwohl der US-Dollar auf niedrigerem Niveau notierte. Powell selbst zeigte sich unbeeindruckt, und die Zinssätze blieben unverändert.

Besser und dazu noch günstiger
Das langersehnte ChatGPT-5 wurde von OpenAI gestartet. Dieses neue KI-Tool (künstliche Intelligenz) bietet erweiterte Funktionen zu günstigeren Preisen, um die Nachfrage zu erhöhen. Es ist eine mögliche Reaktion auf den chinesischen Konkurrenten DeepSeek, dessen preisgünstiges KI-Tool die Branche Anfang des Jahres in Aufruhr versetzte. OpenAI steht Berichten zufolge in Gesprächen über einen geplanten Aktienverkauf im Wert von 500 Milliarden Dollar, der es zum wertvollsten privaten Technologiekonzern der Welt machen würde. Dennoch geriet der US-Technologiesektor ins Wanken, nachdem das MIT (Massachusetts Institute of Technology) behauptet hatte, 95 % der jüngsten Investitionen in generative künstliche Intelligenz hätten keine Renditen erwirtschaftet.

FOMO-Rally setzt sich fort
Angetrieben von der „Angst, etwas zu verpassen“ - auf Englisch „Fear Of Missing Out“ oder kurz FOMO - legten die Aktienmärkte noch stärker zu. Vergleichen lässt sich das schon mit einem „Dotcom-Boom auf Steroide“. Weiterhin übertraf der chinesische Technologiesektor die Nasdaq, denn KI (künstliche Intelligenz) macht Fortschritte und es bestehen Hoffnungen auf eine Autarkie bei der Entwicklung und Produktion von KI-Chips. Doch nicht alle Märkte machten bei der Rally mit. Staatsanleihen entwickelten sich weiter verhalten, wobei sich die Renditen angesichts der hohen Staatsverschuldung auf einem höheren Niveau bewegten. Die Haushaltsprobleme in Frankreich hatten innerhalb einer Woche zwei Herabstufungen von Anleihen zur Folge. Deswegen rentierte die Benchmark-Staatsanleihe mehr als Champions unter den inländischen Unternehmen wie L’Oréal, Airbus und AXA.

Der Kreis von KI-Transaktionen wird größer
OpenAI, der Entwickler von ChatGPT, hat sich selbst in den Mittelpunkt eines Netzwerks von Geschäften im Wert von über 1,5 Billionen US-Dollar gestellt. Mehrjährige Lieferverträge wurden mit Tech-Riesen wie Nvidia, Oracle und Broadcom abgeschlossen, um die Lieferung von immer größeren Mengen an Chips und Recheninfrastruktur zu garantieren. Der Pionier im Bereich generativer KI führte zudem eine neue Unternehmensstruktur ein, bei der Microsoft eine Beteiligung von 27 % übernahm. Die Zirkularität dieser Geschäfte zwischen Lieferanten, Investoren und Kunden fand Beachtung. Nvidia wurde unterdessen das erste Unternehmen mit einer Bewertung von 5 Billionen US-Dollar.

Blase oder nur Schwankungen?
Gerüchte über eine Technologieblase kursierten an den Märkten, als große Technologieunternehmen eine Flut von Investitionsplänen veröffentlichten. Ihr Ziel ist es, den Aufbau von KI-Kapazitäten (künstliche Intelligenz) zu beschleunigen. Da immer mehr und immer umfangreichere Pläne angekündigt wurden, stellten die Märkte die Frage, wann sich die Investitionen wohl rentieren. Oracle und Meta wurden aufgrund von Bedenken wegen überhöhter Ausgaben abgestraft. Einige spekulativere Vermögenswerte wurden abgestoßen, und die Kryptowährungsmärkte erlitten einen Einbruch in Höhe von 1 Billion US-Dollar. Der Volatilitätsschub wurde sporadisch durch Hoffnungen auf eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im Dezember gedämpft.

Der feierliche Abschluss
Während das alte Jahr zu Ende geht und ein neues beginnt, konzentrieren sich die Märkte weiterhin auf bestimmte Fragen. Wird das transformative Potenzial von KI allmählich verwirklicht? Oder werden riesige Investitionspläne ins Stocken geraten? Wer wird das Ruder bei der US-Notenbank übernehmen? Und sinken die Zinsen dann schneller? Es bleibt abzuwarten, wie die Ereignisse ausgehen. Bis dahin wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2026!